Willkommen in meinem 
Lesezimmer!
Ich wünsche euch viel Spaß beim 
Stöbern 

 

 

Buchveröffentlichungen 

 

Neuerscheinung ++++ Neuerscheinung 

 

 

Leseprobe:

Kurzschluss

Wie eine Schlafwandlerin machte ich mich auf den
Heimweg. Zuerst wäre ich beinahe von einem
Auto erwischt worden, als ich noch bei Rot über
die Ampel lief. 
„Wohl lebensmüde!“, rief von
irgendwoher jemand. 
Doch ich ging einfach weiter
und stieß beinahe mit einem Fahrrad zusammen.
Dann stand mir auch noch ein Verkehrsschild im Weg.

„Am hellen Tage schon besoffen und das in dem Alter“, rief eine Frauenstimme hinter mir her.
Dann stand ich endlich an der Bushaltestelle und wäre
beinahe in den verkehrten Bus gestiegen.
Ich war froh, als ich zu Hause war.
Mama wartete mit dem Essen auf mich.
„Du kannst gleich ins Esszimmer kommen“, rief sie.
„Ich habe es heute etwas eilig, weil ich zuerst noch
kurz ins Seniorenheim gehe und danach ins
Gemeindezentrum.“
Ach, wie egal mir das war. Es gab Lasagne, was ich
sonst mit Heißhunger aß, aber heute stocherte ich
nur im Teller herum. „Wieder keinen Appetit?
Es ist doch dein Lieblingsessen. Allmählich mache ich
mir Sorgen um dich.“
Das war mal ganz was Neues, dachte ich.
„Du musst dir keine Sorgen machen“, beschwichtigte ich sie.
„Vielleicht esse ich heute Abend davon. Ich kann mir
das Essen ja aufwärmen und mit Papa teilen,
wenn er von der Arbeit kommt.“
„Gut, ich habe die Zeit jetzt nicht für Diskussionen.
Kannst du das Geschirr noch in die Maschine räumen und
Staubsaugen, bevor du deine Aufgaben machst?“
Mama schaute auf die Uhr. „Oh, schon so spät?
Ich geh dann mal. Bis heute Abend
und versprich mir, dass du dann etwas isst.“
Ohne abzuräumen und zu saugen ging ich in
mein Zimmer. Ich nahm mein Handy und wählte
Felix´ Nummer. Zu spät fiel mir ein,
dass er ja noch in der Schule war, aber er nahm
zu meiner Verwunderung ab. „Juliane? Was gibt es?“,
fragte er. Begeisterung klang anders.
„Ich wollte nur wissen, ob es zwischen uns aus ist.“
Es fiel mir unheimlich schwer, zu reden,
weil mein Herz zu arg klopfte. Ich war nervös und beinahe
hätte ich mein Smartphone fallen lassen.
„Sag mir bitte die Wahrheit.“
„Lara hat mir schon per WhatsApp geschrieben, dass du
über uns Bescheid weißt. Warum also rufst du
dann noch bei mir an?“
„Weil ich es aus deinem Mund hören wollte.“
Woher nahm ich eigentlich den Mut?
„Mach jetzt kein Drama draus. Ich mag dich ja,
und die wenige Zeit, die wir verbracht haben,
war ja auch ganz in Ordnung. Aber du bist mir zu brav,
zu sittsam, so still und ich mag es laut und liebe Action,
genau wie Lara. Genügt dir die Antwort?“

„Dann stimmt es also, was ich über dich gehört habe und
dass du mich für eine hältst, die hinterm Mond daheim ist.“
Es fiel mir immer schwerer, zu reden.
„Wenn du es so siehst, ja. Du bist noch jung und findest
sicher einen Freund, der auf deiner Ebene steht.“
Mir fiel das Handy aus der Hand, weil mir plötzlich
die Kraft fehlte, es festzuhalten.
In meinen Ohren rauschte es und mir wurde
wieder so übel, dass ich ins Bad rannte und mich übergab.
Was dann passierte, geschah wohl in einem Art
Trancezustand …

 

 

Leseprobe:

Die magische Kugel

Amanda traute ihren Augen nicht, als die Zwerge
urplötzlich vor ihr standen. Eine ganze Armee mit Äxten
bewaffnet, wie aus dem Boden gestampft. 
Sie brachte kein einziges Wort heraus, und ihr Herz
klopfte recht heftig. Wegrennen war schier unmöglich. 
Die kleinen Mützenmänner schauten böse drein 
und nahmen sie mit zu ihrem König.
Nach zwei Tagen in einem kalten und ungemütlichen
Verlies wurde sie wieder freigelassen musste 
aber versprechen, niemals wiederzukommen.
Der Zwergenkönig brachte sie höchstpersönlich bis
zu einem breiten Pfad und sagte zum Abschied:
"Du gehst immer geradeaus, bis du zu den 
vier Türen kommst. Nur eine davon führt dich nach Hause.
Aber welche das ist, weiß ich nicht. Darum vertraue
auf dein Bauchgefühl. Überlege gut, denn du
hast nur einen Versuch."

Bevor Amanda noch etwas sagen konnte, 
war der König verschwunden. 
Sie hatte erst ein Stück des Weges zurückgelegt,
als ihr bereits die Puste ausging. Außerdem taten ihr
die Füße höllisch weh. Der Pfad war steinig, 
die Kiesel bohrten sich in die dünnen Sohlen
ihrer Sandalen. Sicher war es nicht schlimm, wenn sie
sich einen Moment ausruhte. Nur gan kurz. 
Der Baumstumpf war hart, aber für eine kleine Pause
musste es gehen. Amanda atmete tief die Waldluft ein 
und lauschte. Doch bis auf das Gezwitscher der Vögel
war zum Glück alles ruhig. 
Die Zwerge verfolgten sie nicht.
Dann ging sie weiter und blieb etwa drei bis vier Meter
von den vier 
geschlossenen Türen entfernt stehen.
Eine sah aus wie die andere, 
doch welche führte
in die Freiheit?
Noch während Amanda fieberhaft 
überlegte
und auf ihr Bauchgefühl wartete, hörte sie plötzlich 

in der Ferne Stimmen. Holten die Zwerge
sie womöglich wieder zurück, 
oder waren es andere
Wesen, die sie fangen wollten?
Amanda 
zitterte jetzt am ganzen Körper.
Vier Türen – doch welche führte 
nach Hause?

Die Stimmen wurden immer lauter.
„Jetzt nur nicht schlapp machen!“, 
redete sie sich
gut zu. Ihr Herzschlag raste. Augen zu und 
durch.
Sie würde blind auf die Türen zugehen. Ihr war jetzt egal, 

welche sie erwischte. Hauptsache, weit weg von der
lauernden Gefahr. 
Aber ihre Füße waren
wie festgewachsen. 
Die Verfolger kamen immer näher.
Gleich würden sie hier sein. 
Doch da setzten sich
ihre Beine endlich in Bewegung, wie in Zeitlupe, 
aber sie
gingen vorwärts. Amanda hatte immer noch die Augen 

geschlossen, als sie eine der Türen erreichte.
Der Türgriff fühlte sich 
kalt in ihrer vor Angst 
feuchten Hand an und ließ sich nur schwer nach unten drücken.
Dann hatte sie es geschafft. Als die Tür hinter 
ihr zufiel,
atmete Amanda erleichtert auf. Von einer himmlischen 

Ruhe umgeben, schlug sie vorsichtig die Augen auf
und schaute sich 
um. Die ersehnte Freiheit sah
anders aus. 
Sie stand in einem großen Raum,
dessen Wände bis unter die hohe 
Decke mit
Bücherregalen zugestellt waren. Ein wenig Helligkeit fiel 

lediglich durch eine Glastür, gerade so, dass sie etwas
erkennen 
konnte. Ein Regal allerdings war völlig leer,
während die anderen 
mit Büchern geradezu überladen waren.

Etwa in der Mitte des Zimmers standen noch e
in Sessel und ein 
recht großer Schreibtisch.
Alle Möbel bis auf den Sessel waren aus 
dunklem Holz. 
Amanda, die jetzt endlich nach Hause wollte,
beendete ihre Betrachtung, 
drehte sich zur Tür,
um den Raum zu verlassen. Doch zu ihrem 

Entsetzen sah sie, dass der Griff fehlte. 
„Nur keine Panik“, redete sie sich ein.
„Es gibt hier bestimmt einen 
Schlüssel für die Tür.“
Sie ging zum Schreibtisch, der von einer Staubschicht
überzogen 
war. Wie von Zauberhand ging das Licht
einer Stehlampe an. Als 
Amandas Augen sich an die
plötzliche Helligkeit gewöhnt hatten, 
sah sie ein
aufgeschlagenes Buch, aus dem recht unprofessionell eine 

Seite herausgerissen war. Sie öffnete noch einige
Schubladen, doch 
einen Schlüssel fand sie nicht.
Dann entdeckte sie am äußeren Rand 
des Tisches
eine Kristallkugel, von der in dem Moment, als sie sie 

wahrgenommen hatte, ein seltsames Funkeln ausging.
Amanda 
nahm sie in die Hände und wischte vorsichtig
den Staub fort. Als 
sie in das Glas blickte, sah
sie ein Gesicht … Es war ihr eigenes …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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